Derzeit ist ein Widererstarken der Bewegung gegen die Atompolitik zu verzeichnen, was in Nordeuropa nicht zuletzt auf die Laufzeitverlängerungen in Deutschland und die mögliche Eröffnung eines Endlagers in der Schweiz zurückzuführen ist. Seit Jahrzehnten stellen sich große Teile der Bevölkerung gegen die verheerende Nutzung dieser Risikotechnologie. Am Tag nach dem Deutsch-Französischen Gipfeltreffen und eine gute Woche vor dem Castorentransport vom Französischen Cadarache nach Lubmin werden wir ein starkes Zeichen gegen die gegenwärtige Atompolitik setzen.

Neben den alltäglichen Gefahren durch den Betrieb störanfälliger Atommeiler gibt es keine sichere Lösung für die Endlagerung des anfallenden Atommülls. Die enormen CO²-Emissionen bei der Produktion der benötigten Rohstoffe für die Brennelemente und die Ausbeutung derer, die diese zu Tage befördern müssen, zeigt, dass Atomenergie weder eine mögliche „Brückentechnologie“ gegen den Klimawandel darstellt, noch in einem sozial vertretbaren Kontext existieren kann.

Der gegenwärtige Kontext der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur spiegelt sich nicht nur in der Atompolitik wieder. Er betrifft sämtliche Lebensbereiche und ist das grundlegende Hindernis vor dem wir stehen, wenn wir eine soziale und umweltpolitisch tragbare Zukunft aufbauen wollen.

Die Arroganz mit der die aktuelle Regierung ihre Atom-Politik durchsetzt, zeigt auf, wie kippbar ein rechtlich verankerter, vermeintlicher „Atom-Konsens“ ist. Dass eine Regierung die Interessen der Atom-Konzerne über den Willen der Betroffenen stellt, zeigt, dass Stellvertretungspolitik keinen Ausweg aus unserer eigentlichen Unmündigkeit darstellt. Dieses Problem lässt sich keineswegs auf einen Nationalstaat beschränken. Weltweit werden Millionen von Menschen gegen ihren Willen im Interesse der Atom-Lobby direkt oder indirekt unterdrückt.

Die hohe Zahl der eingesetzten Polizeikräfte bei den Castor-Transporten in Frankreich und in Deutschland Anfang November zeigen, welchen Aufwand die Atomindustrie und der Staat betreiben, um den Willen der Betroffenen zu beugen. Der breite Widerstand gegen den Castor-Transport konnte aufzeigen, dass zehntausende der Atompolitik trotz Versammlungsverboten entgegentreten. Sogar in der Region – weit von der Protesthochburg Wendland entfernt – blockierten über 1.000 Menschen den Transport über Stunden, was ihn zum umkehren zwang. Atomausstieg ist und bleibt Handarbeit, was meint, dass wir uns selbstermächtigen müssen. Im Wendland heißt das, trotz Demonstrationsverbot zu demonstrieren und unsere Aktionen selbstbestimmt durchzuführen, ohne dabei um eine Genehmigung zu bitten. Das trifft auch für unsere Demonstration Freiburg zu.

Wir rufen zur Beteiligung an einer großen Anti-Atom-Demo am 11.12.2010 um 13 Uhr vor dem Freiburger Rathaus auf.

Für ein Ende dieser Atompolitik!

Für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen weltweit!
Für eine solidarische und dezentrale Energiewende!

Anti-Atom-Initiative Dreyeckland (AAID)