Der Plan ist wohl nicht aufgegangen: Mitten im Dezember kurz vor Weihnachten, wurde der Atommüll aus Südfrankreich nach Norddeutschland transportiert. Zu dieser Jahreszeit wurde wohl damit gerechnet, dass es den Atomkraftgegner_innen zu kalt sei, tage- und nächtelang draußen unterwegs zu sein, um rechtzeitig auf den Gleißen zu sein, um den Transport zu stoppen. Und vor allem war wohl die Hoffnung, dass es den Aktivist_innen zu kalt sei um sich an die Gleiße zu ketten, oder auf Bäume zu klettern, um sich vor dem Zug abzuseilen. Weit gefehlt:

Überall in Deutschland waren kleinere oder größere Gruppen unterwegs und versuchten den Zug zu stoppen. Und: Robin Wood Aktivist_innen schafften es sich an einem Betonklotz unter den Gleißen festzuketten. Desweiteren gab es Kletterblockaden von Robin Wood und Greenpeace Aktivist_innen. Zudem wurden an verschiedenen Orten von autonomen Kleingruppen die Gleiße geschottert.

Sicherlich: Der Widerstand ist nicht vergleichbar mit demn Castortransporten ins Wendland. Nicht außer Acht darf mensch aber lassen, dass der Widerstand gegen den Lubmin-Castor keinerlei Tradition hat, sondern aus dem Nichts aus dem Boden gestampft wurde. Somit war der Lubmin Castor ein deutliches Zeichen: Es wird keinen Castortransport mehr geben, egal wohin, der nicht mit massivem Widerstand rechnen muss. Somit ist widereinmal für alle sichtbar: Hier wird eine Technologie gegen den Willen der allermeisten Menschen durchgesetzt. Allerdings wollen wir uns dort auch keinerlei Illusionen machen: Das ist keinesfalls eine Besonderheit der Atomkraft, sondern kapitalistischer Alltag. Produktion und Technologie steht in keinerlei Zusammenhang mit den Bedürfnissen und Vorstellungen der einzelnen Menschen. Wenn ab und zu etwas abfällt, das menschliche Bedürfnisse erfüllen kann ist das nichts weiter als ein Nebenprodukt der Wertvermehrung.

Der Widerstand der sich derzeit wieder gegen die Atomkraft ausbreitet, muss also konsequenterweiße ausgeweitet werden gegen kapitalistische Verhältnisse, und gegen alle Staaten, die diese Verhältnisse stützen.